Die Fibel -über 4.000 Jahre im Dienste unserer Kleidung
Das deutsche Wort "Fibel" leitet sich ab von dem lateinischen Wort "fibula", was soviel bedeutet wie Nadelkonstruktion oder auch einfach Klammer. Und tatsächlich ist die heute noch bekannte Sicherheitsnadel das Endstück einer langen Kette menschlicher Erfindungen zum Zusammenheften und Schmücken von Kleidungsstücken. Unsere Sonderausstellung möchte von der langen Geschichte dieser Konstruktion erzählen. Seit Tausenden von Jahren, eigentlich solange es uns Menschen gibt, mussten wir unseren Körper vor Nässe, Kälte und anderen Witterungseinflüssen schützen. Wir bedeckten unsere Körper zunächst überwiegend mit Fellen von Tieren; später in der Jungsteinzeit auch schon mit grob gewebten Tüchern. Um diese "Kleidung" vor der Brust zusammenzuhalten, wurde sie durch Knochenpfrieme und wahrscheinlich auch Lederriemen gebunden. Erst mit der Entdeckung der Bronze (ca. 3.000 Jahre v. Chr.) sollte sich das ändern. Zunächst benutzte man sogenannte Gewandnadeln. Diese hatten eher einen praktischen Nutzen, stellten aber auch vielleicht schon einen gewissen Körperschmuck dar. Die ersten Fibelfunde stammen aus dem vorderen Orient (2.250 v. Chr.), wo man schon sehr viel eher Kenntnisse im Bereich der Metallherstellung und -verarbeitung hatte als in Europa. Die ältesten Funde aus Nordeuropa sind rund 1.000 Jahre jünger (siehe Ausstellung und die Abbildung aus der Lüneburgerheide). Seit dem Beginn der jüngeren Eisenzeit (ca. 450 v.Chr.) vermehren sich die Formen der Fibel. Der Bügel wird verbreitert, gerundet und mit Einlagen und Applikationen geschmückt, er wird zu einer Maske oder zu einer Tiergestalt. Im Mittelalter kommen Glas- und Edelsteineinlagen dazu. Die Fibel entwickelt sich zu einem in ihrer Schönheit und kreativen Vielfalt kaum zu überbietenden Schmuckstück, welches wir bis heute als Brosche verwenden. In der Vitrine wird der Siegeszug der Fibel durch wichtige geschichtliche Epochen Europas in zeitlicher Reihenfolge von oben nach unten nachvollzogen. Die ältesten ausgestellten Exemplare sind mehr als 2.500 Jahre alt.
Eröffnung der Ausstellung Donnerstag, den 15. 1.2009
| Wir trauern um unseren Museumsleiter Hans-Jürgen Reichling |
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Am 22. Februar 2007 hatte das Museumsteam die große Freude, Patrick Sander als neuen Mitarbeiter in seine Reihen aufnehmen zu dürfen. Der 30-jährige Studienrat z.A. ist seit Beginn des Schuljahres 2006/2007 als Lehrer für Englisch und Geschichte am Märkischen Gymnasium tätig. Hier ein kurzes Selbstporträt:
Ich wurde am 18.05.1976 in Salzkotten geboren und studierte in der Nachbarstadt Paderborn die Fächer Englisch und Geschichte für das Lehramt der Sekundarstufe II. Das Thema meiner ersten Staatsarbeit lautete: Das Herrschaftsverhältnis Konrads II im Spiegel seiner Reichspolitik". Ich bin verheiratet und habe eine zweijährige Tochter.
Mein Interesse an Archäologie wurde schon in meiner Kindheit durch die Berichte von Heinrich Schliemann zur Entdeckung Trojas geweckt. Seitdem bin ich fasziniert davon, Geschichte nicht nur an Hand von Texten zu erforschen, sondern so wie es die Archäologen machen, historische Artefakte auszugraben und damit im wahrsten Sinne des Wortes "Geschichte in Händen zu halten".
Vor diesem Hintergrund stellt es für mich natürlich eine große Freude dar, eine Arbeitsstelle am Märkischen Gymnasium mit seinem einzigartigen Hemberg-Museum bekommen zu haben. Aber es ist auch eine große Herausforderung, meine Aufgabe als Koordinator der veschiedenen Fachrichtungen im Sinn einer didaktischen Integration des Museums in Schule und Unterricht zu erfüllen. Dabei gilt es nicht nur neue Konzepte zu entwickeln, wie die Schüler das Museum nutzen können, sondern auch das Kollegium des MGI, trotz zunehmender Arbeitsbelastung im Schulalltag, vermehrt mit ins Boot zu holen.
Das Museumsteam habe ich als eine Runde unterschiedlicher Charaktere und Fachexperten kennen gelernt, mit denen ich mir eine interessante und fruchtbare Zusammenarbeit gut vorstellen kann.
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Dank der traditionell guten Beziehungen zwischen dem Leiter des Hemberg-Museums Hans-Jürgen Reichling und dem Geologisch-Paläontologischen Museum der Universität Münster übergab vor einiger Zeit dessen Leiter Dr. Markus Bertling Hans-Jürgen Reichling und seiner Ehefrau und Mitarbeiterin Heidi den Abguss eines Steppenwisent-Oberschädels. Hergestellt hatte das gewaltige Exemplar die im ersten Lehrjahr als geologische Präparatorin Auszubildende Carina Bücker.Die mit 86 cm am weitesten ausladenden Stirnzapfen sind länger als beim heutigen Wisent, den der Steppenwisent auch an Größe insgesamt übertraf. Zu Beginn der Eiszeit drangen die Wisente von Asien nach Europa ein. Der Bison priscus ,so der wissenschaftliche Name des Steppenwisents, war an die Kältesteppen des Eiszeitalters gut angepasst. In der späten Eiszeit vor 10.000 Jahren starb er aus.Die kapitale Neuerwerbung des Hemberg-Museums ist in der Galerie der Säugetiere in der Paläontologischen Abteilung untergebracht.
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