Das Projekt " Hemberg-Museum Iserlohn"

Stationen seiner Entstehung

Im Jahre 1993 baute Herr Studiendirektor Dr. Bleicher, der neben seiner Tätigkeit als Lehrer für Erdkunde, Deutsch und Philosophie ein bekannter Heimatforscher ist, mit eigenen Fundstücken und Leihgaben eine kleine archäologische Ausstellung im Märkischen Gymnasium auf. Der weitaus größte Teil der Exponate, die der Ausstellung als Leihgaben zur Verfügung gestellt wurden, stammt aus der Sammlung des auch für das Westfälische Landesmuseum für Archäologie tätigen Heimatforschers Helmut König aus Hohenlimburg. Dank einer Spende der Bürgerstiftung der Sparkasse konnte Herr Dr. Bleicher drei Vitrinen erwerben und somit die Keimzelle für das heutige Hemberg-Museum legen.

Schon während seiner Planungen zu der Archäologischen Ausstellung machte Herr Dr. Bleicher das Märkische Gymnasium mit der naturwissenschaftlichen Schausammlung des Studiendirektors Hans-Jürgen Reichling aus Hagen-Haspe bekannt. In den Räumen des dortigen Ernst-Meister-Gymnasium hatte Herr Reichling als Lehrer für Biologie und Erdkunde seit 1973 eine umfassende Ausstellung errichtet, die wegen ihrer hervorragenden wissenschaftlichen und pädagogischen Konzeption einen über die Grenzen Hagens hinausreichenden guten Ruf auch bei Fachleuten besaß. Inzwischen wurde das Gymnasium jahrgangsweise aufgelöst und die Räume einer neu etablierten Gesamtschule zur Verfügung gestellt.

Was lag also näher, als Herrn Reichling und seiner Schausammlung Ausstellungsräume im Hemberg-Schulzentrum anzubieten? Wer lässt sich schon gern so ein "Schnäppchen" entgehen? Nach dem die Stadt Iserlohn die Genehmigung erteilt hatte, begann am 24. November 1994 der Umzug der vielfältigen Exponate: Fossilien, Mineralien, Muscheln, Korallen, Stopfpräparate von Vögeln und Säugetieren, Vogeleier, Insekten, vielfältige, zum großen Teil selbst gefertigte Schautafeln, Modelle, usw. usw. Dabei konnten selbstverständlich nur die privaten Anteile der Sammlung mitgenommen werden.

Nun begann der Wiederaufbau der naturkundlichen Sammlung zunächst mit dem Magazin. Erst als die Sparkasse Hagen im März 1995 freundlicher Weise eine Reihe von Vitrinen zur Verfügung stellte, konnte der Aufbau der Paläontologischen Ausstellung in Angriff genommen werden.

Im Laufe der nächsten beiden Jahre wurden die Archäologische und die Naturkundliche Ausstellung zusammengefasst zu einem gemeinsamen Projekt mit dem Namen "Hemberg-Museum Iserlohn für Naturkunde und Archäologie". Herr Reichling verfasste ein umfassendes Konzept, welches die geplante Raumausnutzung und die Konzipierung der sieben zu realisierenden Museumsabteilungen wiedergibt (s. Pädagogische Intention ).

Im Herbst 1995, standen bereits große Teile der Archäologischen und der Paläontologischen Abteilungen.

In den Jahren 1995 bis 2000 wuchs die Anzahl der Museumsobjekte beträchtlich durch Sammlertätigkeit, Präparierungsarbeit, Anfertigung von Modellen und Bildtafeln, durch Schenkungen, Dauerleihgaben, private Ankäufe und nicht zuletzt durch die kreative Mitarbeit der Schüler. So errichteten Schülergruppen im Kunstunterricht unter Anleitung von Herrn Tomczak eine pädagogisch anschauliche Darstellung der Entwicklung des Menschen in Form lebensgroßer hölzerner Schattenrisse und eine Vitrine mit Saurierlandschaften. Ein Biologiekurs fertigte im Auftrag von Herrn Knaul über dem Osteingang ein geologisches Band, welches die Zeitdimensionen der Erdgeschichte begreiflich macht. Eine dritte Gruppe beschäftigte sich zusammen mit Herrn Reichling damit, ein fossiles und zum Vergleich ein rezentes Korallenriff zusammenzustellen.

Aus großzügigen Spenden der Friedrich-Kirchhoff-Stiftung und des Fördervereins des Märkischen Gymnasiums kauften wir im Jahre 2000 neue Vitrinen. Nun konnten wir beginnen, ein wichtiges Ziel des Museums, die reichhaltig vorhanden Stopfpräparate der Biologiesammlung den Schülern dauerhaft zugänglich zu machen, in ersten Ansätzen verwirklichen. Die Schüler der Museums-AG gestalteten die Sonderaustellungen, "Eulen und Greifvögel" und "Heimische Säugetiere". Die dazu verwendeten Stopfpräparate sollen später in die Abteilung "Flora und Fauna der Heimat" integriert werden. Dabei ist es unser Ziel, die Tiere nicht als Einzelindividuen zu zeigen, sondern sie in s.g. Dioramen in ihrem artspezifischen Lebensraum zu präsentieren.

Am 28.11.2000 gingen die archäologischen Exponate, die Herr König bisher als Leihgabe zur Verfügung gestellt hatte, in den Besitz der Schule über. Diese Münzen, Gefäße, Werkzeuge, Speerspitzen usw. stehen zwar schon lange in den Vitrinen, aber nun sind sie Eigentum der Schule und müssen, so hat es Herr König zur Bedingung gemacht, immer ausgestellt werden. Die Archäologie wurde darauf hin völlig neu gestaltet. Und auch die Paläontologie wurde im Laufe der nächsten 1 Jahre weitgehend fertiggestellt.

Am 30.6.2002 stellten wir die vorläufig abgeschlossenen Abteilungen "Archäologie" und "Der Weg des Lebens" oder "Paläontologie" der Öffentlichkeit vor.

Zur Zeit arbeiten wir an der Abteilung "Umwelt-, Natur- und Tierschutz". Hierzu liegt uns reichhaltiges Bildmaterial vor, welches es neu zu arrangieren und zu ergänzen gilt. In einer Vitrine wollen wir zum Beispiel das "Washingtoner Arternschuztabkommen" dokumentieren. In unserem Magazin warten Objekte, die unter Arten- oder Naturschutz stehen, wie z.B. Korallen oder Schildkrötenprodukte aber auch Gegenstände, die noch nicht unter Schutz stehen, wie Seepferdchen, Seesterne oder seltene heimische Muscheln auf ihre Ausstellung.

Im Verlauf der letzten Monate hatten wir die große Freude, einige Besuchergruppen durch das Hemberg-Museum führen zu dürfen. Der positive Zuspruch von Laien und Fachleuten, den wir dabei erfahren haben, hat uns erfreut und unsere Motivation gesteigert, in unserer Arbeit fortzufahren.